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Über Afghanistan

Geographie und Topographie Afghanistans

Afghanistan misst 652.090 km2 , ist damit etwa so groß wie Frankreich, und zählt geschätzte 30 Millionen Einwohner. Die 1.800 m hoch gelegene Hauptstadt Kabul zählt inzwischen bereits an die 3-4 Millionen Einwohner. Sie wird in der Hauptsache über Straßen von Osten und - im Salang-Tunnel durch den Hindukusch führend - von Norden versorgt. Eine Eisenbahn gibt es nicht. Flugverbindungen nach Kabul besorgt in erster Linie die afghanische Fluggesellschaft ARIANA.

Afghanistan

Zentrales Hazarajat
Zentrales Hazarajat. 1958.

Band i Amir
Band i Amir 1958. Fotos: Max Klimburg.

Bamiyan
Bamiyan. Foto: Cartconsult Austria, R. Kostka, Graz;
Digital Cartography: W. Kraemer, TU Graz.

 



Afghanistan
Digital Archive

Max Klimburg-Collection of Rare Images and Documents.

   

Amanullah
Amanullah.

 
Amir Abdur Rahman Khan
Amir Abdur Rahman Khan.
 
König und Masud
König und Masud.
 
Frau mit Kind vor Panzer
Frau mit Kind vor Panzer.

Kurze Geschichte Afghanistans

Am Tor nach Indien gelegen und Süd-, West- und Zentralasien miteinander verbindend, hat Afghanistan eine besonders wechselvolle Geschichte hinter sich. Im 2. Jahrtausend v.Chr. zogen die Ahnen der "arischen" bzw. vedischen Inder durch Afghanistan nach Indien und bereiteten der Indus-Kultur ein Ende. In der frühen historischen Zeit gehörte Afghanistan in den Osten des Achämenidenreichs. Nach dessen Eroberung durch Alexander den Großen entstand ein griechisches Königreich mit Zentrum im nordafghanischen Baktrien. Im späten 1. Jahrhundert v. Chr., nach seinem langen Bestand von zwei Jahrhunderten, der in der Hauptsache nur durch seine Münzprägungen belegt ist, wurde das schließlich sehr schwach gewordene Königreich ein Opfer von zentralasiatischen Völkern. Unter deren Kushana-Dynastie, besonders unter deren Großkönig Kanischka (Mitte des 2. Jahrhhunderts n.Chr.), wurde ein Großreich geschaffen, das weit nach Zentralasien und Nordindien hineinreichte und dadurch die Ausbreitung des Buddhismus über den Hindukusch und Pamir nach Zentralasien und China erleichterte oder gar förderte. Damit verbanden sich der weiträumige Handel auf der "Seidenstraße" und die weltberühmte buddhistische Gandhara-Kultur von NW-Pakistan und Ostafghanistan, die sich in zahllosen Klosteranlagen und zuletzt auch in den beiden Buddha-Kolossen von Bamiyan niederschlug.

Eine "Neuzeit" setzte im 7. Jahrhundert mit der Islamisierung ein, die freilich bis zum 10. Jahrhundert nur langsam fortschritt. Unter der turkstämmigen Dynastie der Ghaznewiden, benannt nach ihrer ostafghanischen Hauptstadt Ghazni, besonders unter ihrem berühmten Herrscher Mahmud dem Großen (999-1030) erreichte die Islamisierung weite Teile Afghanistans. Unter ihren kurzlebigen Nachfolgern, der iranisch-stämmigen Dynastie der Ghoriden aus dem Westen Afghanistans (1151-1208), wurde ein großer Teil Nordindiens erobert und islamisiert. Davon kündet das besonders schöne und große Minarett von Dscham in den Bergen Westafghanistans. Bald darauf kam es zu den Verwüstungen Afghanistans durch den Mongolensturm unter Dschingis Khan und, eineinhalb Jahrhunderte später, durch die Feldzüge des Timur Leng. Unter dessen Sohn und Nachfolger im Westen des timurischen Großreichs, Schah Ruch, erlebte Herat, seine Hauptstadt, in der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts eine kulturelle Hochblüte, die sich in großartigen Gebäuden, in der Dichtkunst und in der weltberühmten Miniaturmalerei des Malers Behzad niederschlug. In den beiden anschließenden Jahrhunderten wurde Afghanistan zum Spielball zwischen den Uzbeken im Norden, der Safawiden-Dynastie und deren kurzlebigen Nachfolger, Nader Schah, im Westen und der Moghul-Dynastie im Osten, bis sich 1747 erstmals den afghanischen Stämmen die Chance zur Staatsgründung bot.

Afghanistan besteht somit als unabhängiger Staat seit 1747, als der sehr junge Stammesführer der Abdali-Paschtunen, Ahmad Shah, in Kandahar einen eigenen Staat ausrief und ihm auch schnell große Territorialgewinne verschaffte. Im Zuge der anglo-russischen Auseinandersetzungen um Machtansprüche kam es 1839-42 und 1878-80 zu zwei anglo-afghanischen Kriegen. Der 2. Krieg etablierte die britische Oberhoheit über das Land, doch unterblieb die Kolonisierung. Die Grenzziehung von 1893 zwischen Britisch-Indien und Afghanistan führte zur Aufteilung des großen Siedlungsbereichs der Paschtunen, der dominanten Ethnie im Land. Am Ende des kurzen 3. Anglo-afghanischen Kriegs 1919 wurde Afghanistan  wieder voll unabhängig.
Im Juli 1973 wurde der König von seinem Vetter, Mohammad Daud, gestürzt, und Afghanistan wurde zur Republik mit Daud als Staatspräsidenten. Der kommunistische Staatsstreich vom April 1978 löste Ende 1979 die Einmischung der UdSSR aus. In der Folge kam es zu erbitterten Kämpfen mit Aufständischen und schließlich, 1992, zum Sturz der kommunistischen Regierung. Der anschließende Kampf zwischen den Kriegsfürsten führte zur Schreckensherrschaft der Taliban (1995 – 2001). Davon befreit, begannen 2002 der Wiederaufbau und die Errichtung demokratischer Strukturen. Am 18.9.2005 wurde die erste demokratische Volksvertretung unter Hamid Karzai als Staatspräsident gewählt. (MK)

 
     
     
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